Konzeption für das Allerlüd der Stadt Lüchow (Wendland)

Betreff
Konzeption für das Allerlüd der Stadt Lüchow (Wendland)
Vorlage
034/2014 ST
Aktenzeichen
511310ST
Art
Sitzungsvorlage Stadt

Bereits seit dem Jahr 2004 gibt es in Lüchow (Wendland) ein sogenanntes „MehrGenerationenHaus“, das ausschließlich durch die Stadt finanziert wird. Die Stadt kam nicht in den Genuss der Förderung innerhalb des Aktionsprogrammes „Mehrgenerationenhäuser (MGHs) I und II“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Den Akteuren in Rat und Verwaltung war die generationsübergreifende Arbeit in der Kreisstadt mit Blick auf die demografische Entwicklung jedoch so wichtig, dass das Haus in der Berliner Straße 5 weiterentwickelt und neu konzipiert wurde. Nach einer umfangreichen Sanierung, welche durch die Initiative des Landes Niedersachsen mit einer Förderungsbeteiligung der Europäischen Union (LEADER) ermöglicht wurde, konnte das Haus vor einem knappen Jahr wiedereröffnet werden. Vor dem Umbau wurde das räumliche und damit auch inhaltliche Konzept im Entwurf der Öffentlichkeit und auch den Nutzern des Hauses vorgestellt.

Nunmehr gilt es, die Inhalte der Arbeit in diesem Haus tatsächlich festzulegen. Nach einem knappen Jahr der Erprobung sind die Erfahrungen aus der täglichen Arbeit in das beiliegende Konzept eingeflossen.

 

Das Konzept gibt Aufschluss über

 

a)            die demografischen Fakten im Wandel,

b)            eine Sozialraumanalyse,

c)            das Allerlüd,

d)            die Öffentlichkeitsarbeit und

e)            die Vernetzung und Kooperation.

 

Die Angebote folgen den zentralen Schwerpunkten:

-           Einbeziehung der vier Lebensalter (Kinder und Jugendliche, Erwachsene, junge Alte über 50 Jahre und Hochbetagte)

-           Kinderbetreuung

-           generations-, kultur- und religionsübergreifende Angebote mit Blick auf den Inklusionsgedanken

-           Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen

-           Miteinbeziehung des Bundesfreiwilligendienstes und FSJs (Freiwilliges Soziales Jahr)

-           Offener Tagestreff mit Café (einmal wöchentlich Mittagstisch und Frühstück)

-           Unterstützung und Verknüpfung haushaltsnaher Dienstleistungsangebote und niedrigschwelliger Angebote

-           Kontaktaufbau zu Pflegeberatungsstellen und -stützpunkten

-           Vernetzung mit dem Seniorenservicebüro und dem Jugendmigrationsdienst, bzw. den vor Ort in den Familien tätigen Wohlfahrtsverbänden

Die Öffnungszeiten des Allerlüd sind Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 17.00 Uhr, Freitag 9.00 bis 14.00 Uhr.

 

 

Montag         9:00-17:00Uhr

Dienstag          9:00-17:00Uhr

Mittwoch              9:00-17:00Uhr

Donnerstag 9:00-17:00Uhr

Freitag            9:00-14:00Uhr

Mitarbeiter/-in 1 19,5 Std.                 (Leitung)

9:00–11:00Uhr feste Bürozeit

 

13:30-15:30Uhr feste Bürozeit

 

9:00-11:00Uhr feste Bürozeit 11:00-12:00Uhr Teamsitzung

Mitarbeiter/-in 2                    19,5 Std.                                (Assistenz)

-

11:00-17:00Uhr

11:00-17:00Uhr

14:00-17:00Uhr

8:00-12:30Uhr

Mitarbeiter/-in 3 19,5 Std.                      (Hauswirtschaft)

8:30–13:30Uhr

8:30–13:30Uhr

-

8:30-13:30Uhr

8:00-12:30Uhr

Mitarbeiter/-in 4   39,0 Std.                     (FSJ)

8:15–17:00Uhr

8:15–17:00Uhr

8:30-17:00Uhr

8:30-17:00Uhr

8:00-14:00Uhr

 

Die im Konzept aufgezählten Angebote und Dienstleistungen zeigen die Vielfältigkeit der Arbeit im Allerlüd. Mit Blick auf die Öffnungszeiten, die Themen und die Einbeziehung der vier Lebensalter gerät das kleine Team aktuell jedoch an seine Grenzen. Besonders die Öffnungszeiten verhindern die Gewinnung der arbeitenden Frauen und Männer als Besucher bzw. ehrenamtliche Helfer/-innen. Die Nachfrage nach Angeboten auch für diese Nutzer/-innen ist vorhanden, wird aber durch die Schließung um 17.00 Uhr beschnitten. Die Verwaltung kann sich eine Erweiterung der Öffnungszeit vorstellen, beispielsweise an zwei Tagen in der Woche bis 21.00 Uhr. Da es für das ganze Haus und auch für die Pflege des Außengeländes keinen Hausmeister gibt, könnte dieser eine Doppelfunktion übernehmen. Zum einen wäre er für typische Hausmeistertätigkeiten im und am Haus zuständig, zum anderen aber auch für den Schließdienst an den längeren Öffnungstagen. Solch ein Allrounder ist zwingend notwendig (auch ohne Erweiterung der Öffnungszeiten!), da das gerade sanierte Haus täglicher Aufmerksamkeit bedarf und auch das Team von Tätigkeiten wie Unterhaltung der Dienstfahrzeuge sowie Vor- und Nachbereiten der Veranstaltungen mit Herrichten der Bestuhlung in den einzelnen Räumen entlastet werden muss. Diese körperlich anstrengenden Aufgaben gehen hier derzeit zulasten der Gesundheit der Mitarbeiterinnen.

Im Laufe des letzten Jahres ist immer wieder aufgefallen, dass die Besucher/-innen des Allerlüd eine/n Ansprechpartner/-in oft auch für Alltägliches suchen. Auch ist diese Person erste Anlaufstelle beim Betreten des Hauses, gerade wenn jemand zum ersten Mal kommt. Dieses kann durch die Leitung allein nicht gewährleistet werden, ist aber pädagogischer Ansatz des Hauses. Auch die zusätzlichen jahreszeitlichen Angebote (Herbstferienprogramm, Weihnachtsvorfreude) mit Sonderveranstaltungen und Projekten sollten nach Ansicht der Verwaltung nicht außer Acht gelassen werden, da viele Besucher hierüber das Haus und die weiteren Angebote kennenlernen und wahrnehmen können. Auch werden im Allerlüd die Kinder mit ihren Familien mit Angeboten bedient, die für das Jeff noch zu jung sind. So können sie aber schon das Haus und die Mitarbeiter/-innen kennenlernen und sind potenzielle Jeff-Besucher/-innen. Diese Zusatzangebote stellen eine enorme zeitliche Mehrbelastung dar. Die Assistenz der Leitung hat eine halbe (19,5 Stunden) Stelle, ist gleichzeitig aber auch verantwortlich für den gesamten hauswirtschaftlichen Bereich. Ihre Präsenz im Haus als Ansprechpartnerin sowie die pädagogische Arbeit mit Kindern und ihren Familien ist unverzichtbar, aufgrund der Stundenanzahl aber nicht leistbar. Daher schlägt die Verwaltung hier eine Stundenerhöhung auf 30 Wochenstunden vor.

Derzeit sind die Öffnungszeiten nur zu gewährleisten, weil die FSJ-Stelle besetzt ist. Dieses ist jedoch von Jahr zu Jahr abzuwarten.

Für die Erhöhung der Assistenzstelle um 10,5 Wochenstunden entstehen Personalkosten in Höhe von ca. 9.900,00 € jährlich. Für die Einrichtung einer Hausmeisterstelle fallen jährliche Personalkosten in Höhe von rund 35.200,00 € an.

Der Ausschuss für Jugend und Soziales beschließt, dem Verwaltungsausschuss zu empfehlen, dem Rat vorzuschlagen, folgenden Beschluss zu fassen:

 

Der Rat der Stadt Lüchow (Wendland) beschließt die vorliegende Konzeption (Stand: März 2014) für das Allerlüd. Die Konzeption ist bei Bedarf fortzuschreiben.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, die Voraussetzung zu schaffen, ab dem _________ eine weitere Vollzeitstelle (Hausmeister) im Liegenschaftsmanagement zu schaffen sowie die Teilzeitstelle der Assistenz auf 30 Wochenarbeitsstunden zu erhöhen. Damit werden verlängerte Öffnungs- bzw. Nutzungszeiten im Allerlüd abgedeckt. Der Stellenplan ist entsprechend anzupassen.